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Bali ist vielen ein Begriff. Die nordwestlich von Australien gelegene, zu Indonesien gehörende Insel ist ein Traumziel für zahlreiche Touristen. Bali liegt im indischen Ozean und ist Teil der Sundainseln. Angelockt werden Urlauber vor allem aufgrund der Vielfalt, die die Insel bietet: Kilometerlange Strände, tropisches Klima mit badewannenwarmen Wasser, Tauch- und Surfspaß, traditionelle, exotisch anmutende Musik-, Tanz- und Schauspielvorführungen, Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren, der sogenannte Heilige Affenwald, aber auch jede Menge kulturelle Sehenswürdigkeiten wie Tempelanlagen, eine altertümliche Königsstadt und eine geheimnisvolle Elefantenhöhle.

Neben der atemberaubenden Natur hat Bali auch hinsichtlich Kunst und Kultur viel zu bieten

Feinsandige Strände, exotische Flora und Fauna, Meerwasser mit Badewannentemperatur – die Insel Bali ist ein absoluter Touristenmagnet
Foto: Maxym Shyian / pixelio.de

Doch Bali hat ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: Im Laufe der Zeit hat es sich den Ruf als Insel des Kunsthandwerks erarbeitet – und das zweifelsohne zu Recht.

Bali – Insel des Kunsthandwerks

Die Bewohner Balis, Balinesen genannt, haben eine außergewöhnliche Begabung für verschiedene Formen des Kunsthandwerks, u.a. Malen, Weben, Bildhauen und Töpfern, Schnitzen sowie die Gold- und Silberschmiedekunst. Als Zentrum des künstlerischen Schaffens gilt der Ort Ubud, der inmitten einer idyllischen Berglandschaft liegt. Aufgrund seiner inspirierenden Wirkung zieht diese Stätte seit Jahrzehnten Künstler aus aller Welt an, welche dort ihre Schaffenskraft unter Beweis stellen – dies wiederum macht Ubud für Touristen besonders interessant.

Selbstredend werden die künstlerischen Erzeugnisse der Balinesen auf den Märkten ausgestellt und von vielen Urlaubern als hochwertiges Souvenir mit nach Hause genommen. Dazu gehören Schmuck, Bilder, Buddha-Figuren, Schalen, Vasen, von Künstlern entworfene und selbst hergestellte, für die balinesische Kultur typische Kleidung etc. Häufig kann bei diesen Märkten auch Vorführungen traditioneller Tänze (sie werden Barong genannt) bewundern.

Bildhauerische Werke in verschiedenen Größen sind ein beliebtes Souvenir und werden auch exportiert

Skulpturen von Buddha und hinduistischen Gottheiten sind auf Bali allgegenwärtig
Foto: keulefm / pixabay

Die Balinesen sind zudem berühmt für ihr künstlerisches Geschick im Bereich der Steinmetzkunst. Anlaufstelle ist vor allem der Ort Batubulan – überall kann man in Stein gemeißelte Statuen von Gottheiten, Buddhas in allen Größen und Ausführungen sowie abenteuerliche Fabelwesen entdecken. Viele balinesische Steinmetze gestatten es außerdem, dass ihnen die Touristen während ihrer Arbeit im Atelier über die Schulter schauen dürfen.

Typische Beispiele für balinesisches Kunsthandwerk

In früheren Zeiten waren die kunsthandwerklichen Produkte vor allem für die Königshäuser der Insel bestimmt. Heute hingegen sind sie eine Einnahmequelle durch den Verkauf an Touristen sowie durch den Export in alle Welt.

Bildhauerische Werke

Einen großen Stellenwert auf Bali haben die Bildhauer, sie gehören zu den meistbeschäftigten Handwerkern der Insel. Vor allem grazile Figuren örtlicher, hindustischer Gottheiten und Statuen von Buddha sind gefragt, gerade auch bei westlichen Touristen, die damit gerne die Einrichtung ihrer Wohnung verschönern und für ein ganz besonderes Ambiente sorgen. Gefäße wie Vasen und Schalen werden gleichfalls oft von den Bildhauern gefertigt. Als Material steht vor allem der auf Bali vorherrschende Tuffstein zur Verfügung, der vulkanischen Ursprungs ist und sich gut bearbeiten lässt.

Gold- und Silberschmiedekunst

Weit verbreitet auf Bali sind auch die Werkstätten der Gold- und Silberschmiede. Neben Schmuck in allen möglichen Variationen stellen sie Opfergefäße, Dolchgriffe, Kerzenhalter, Spiegel in verschiedenen Größen und Designs sowie Betelschalen her – das sind kleine Schalen, die für die auf Bali typischen Opfergaben, die Früchte der Betelpalme, verwendet werden. All diese Erzeugnisse sind in ihrer Fertigungsweise überaus filigran und erfüllen sehr gut dekorative Zwecke, weshalb sie ebenfalls gerne von Urlaubern und Liebhabern der balinesischen Kultur gekauft werden, um gewissermaßen einen Hauch von Bali ins eigene Wohnzimmer bringen zu können.

Kupfergießerei auf Bali

Kupferschmiede produzieren auf der Insel vor allem Gegenstände, die für religiöse Rituale bestimmt sind. Dazu gehören beispielsweise die Ghantã, das sind Glocken, die hinduistische Geistliche verwenden, aber auch Weihrauchgefäße und Weihwasserbehälter. Ferner werden in großem Stil säkulare Dinge hergestellt, etwa Lampen, Vasen und Dreifüße, welche sich ebenfalls gut als Bestandteil einer dekorativen Einrichtung machen.

Dekorative Einrichtungselemente aus dem Bereich des balinesischen Kunsthandwerks sind bei westlichen Touristen sehr beliebt

In den Kupferschmieden auf Bali werden rituelle Gegenstände wie Opferschalen ebenso gefertigt wie säkulare Dinge, etwa Vasen
Foto: ddouk / pixabay

Balinesische Holzschnitzer und Zimmerleute

Handwerker, die Objekte aus Holz bearbeiten und schnitzen, werden auf Bali Undagi genannt. Da ihre Einsatzgebiete sehr vielfältig sind, gehören sie ebenfalls zu einer vielbeschäftigten Gruppe. Zimmerleute sind vor allem für Arbeiten an der Tempelarchitektur zuständig, etwa Sockel, Gebälk und reich verzierte Tür- und Fensterrahmen. Zudem fertigen sie alle gängigen Möbel für Privathaushalte an: Tische, Stühle, Betten, Regale, Sofas und Bänke.

Groß ist auch die Vielfalt an Holzschnitzereien: Kleine und große Figuren von Göttern, Buddha, von Fabelwesen, aber auch von inseltypischen, tierischen Bewohnern, beispielsweise Geckos, werden hergestellt. Diese geschnitzten Statuen können sowohl im bemalten als auch im rohen Zustand erworben werden.

Tücher und Textilien auf Bali

Eine lange Tradition auf der Insel hat das Weben und Färben von verschiedenen Stoffen. Die Palette ist groß, im Laufe der Zeit wurden unterschiedlichste Textilgewebe, Muster und Verzierungen entwickelt – von einfacher Alltagsbekleidung bis hin zu wertvollen Tüchern, in die Blattgold eingewebt wurde. Letztere werden vor allem anlässlich religiöser Feierlichkeiten und Rituale getragen. Doch auch die tagtäglich getragene, weniger aufwendige Kleidung der Balinesen wird von Europäern als exotisch und sehr farbenfroh empfunden und landet schlussendlich oft als Urlaubssouvenir in den Koffern.